Március 15 tér – Am Platz des 15. März

Die Namensgebung am Platz des 15. März ist verwirrend, denn es gibt außerdem mehrere Straßennamen und einen für eine Kreuzung; wer will, kann auch das auf dem beigefügten GoogleMaps-Screenshot nachvollziehen, das macht es leichter, die verwirrenden Strassennamen in den Untertiteln der Fotogalerie zuzuordnen. Mein Weg verläuft vom Pesti alsó rkp., also von unten links kommend, am unteren Rand des Március 15 tér entlang über die Váci út nach oben rechts durch die Kossuth Lájos utca, und im Schlenker um das Haus mit dem Buddha-Bar Hotel herum:

Am Platz des 15. März Március 15 tér beginnt die eigentliche Innenstadt, hier fährt man auch haarnadelkurvend auf die Elisabethbrücke Erzsébet Híd hinüber zum Gellértberg Gellérthegy, wo einen auf der anderen Seite der Donau die Skulptur des Bischof Gellért Gellért szobor mit ausgebreiteten Armen erwartet. Wenn man erfährt, dass Szent Gellért 1046 dort bestattet sein soll, wo die romanische Version der Innerstädtischen Pfarrkirche Belvárosi plébániatemplom errichtet wurde, macht die Ausrichtung des Monuments Sinn.
Besagte Kirche ist auf Bild 1 in der oberen Galerie zu sehen. Offiziell heisst sie ‚Liebfrauenkirche‘ Nagyboldogasszony Főplébánia und gilt, auch wenn man es ihr wegen ihres barocken und klassizistischen Ausehens nicht mehr ansieht, als älteste Kirche Budapests. Franz Liszt und sein Schwiegersohn Richard Wagner haben übrigens darin auf der Orgel musiziert.
Beim hellen Gebäude daneben handelt es sich um eine von den Benediktinern gegründete Theologische Hochschule, das Sapientia Szerzetesi Hittudományi Foiskola.
Auf Bild 2 ist noch einmal die Auffahrt zur Erzsébet Híd angedeutet, dahinter einer der Klothilden-Paläste Klotild paloták, genauer gesagt, der südliche, auch zu sehen auf den Bildern 4,5,7,8 sowie in der unteren Galerie auf den Bildern 1+2.

Die nach Clotilde von Sachsen-Coburg und Gotha, der Ehefrau des aus der ungarischen Habsburger-Linie stammenden Erzherzog Joseph Karl Ludwig von Österreich und Enkel von Kaiser Leopold II. benannten ‚Klothilden-Paläste‘ sind ein spiegelgleiches Gebäude-Zwillingspaar, das quasi schon bei der Geburt 1899-1902 durch die Kossuth Lájos utca getrennt wurde, denn sie sollten nach den Plänen der Architekten Kálmán Giergl und Flóris Korb eine eindrucksvolle Passage zur Elisabethbrücke bilden. Sie waren schon damals als Wohn- und Geschäftshäuser mit Veranstaltungssälen konzipiert gewesen, allerdings hatte es unten Arkaden gegeben, die man später in geschlossene Geschäfte für Gastronomie und Handel umwandelte. Hier lohnt es sich wieder, einen Blick auf den > ungarischen Wikipedia-Artikel zu werfen und gegebenfalls eine passende Webübersetzung aufzurufen, denn er enthält nicht nur mehr Daten, sondern auch eine Ansicht der Klothilden-Paläste gemeinsam mit der alten Elisabethbrücke, auf der der beabsichtigt prächtige Auffahrt-Charakter deutlich wird. Ihre beste Zeit endete leider schon 1917, denn wegen durch den ersten Weltkrieg verursachter Geldnöte wurden die Zwillinge verkauft und danach kamen sie immer weiter herunter.

Auf den Bildern 2-4 der unteren Galerie ist der nördliche Zwilling der Klothilden-Paläste zu sehen, der auf der anderen Seite der Kossuth Lájos utca steht, wie man auf dem GoogleMaps-Screenshot oben sehen kann. Er ist schon seit 2012 restauriert, unter anderem befindet sich, wie zu beginn schon erwähnt, ein Hotel darin. Nachdem die beiden Gebäude seit 1977 unter Denkmalschutz gestellt worden sind, werden hoffentlich beide in den gleich guten Zustand versetzt werden. An der Schmalseite, wo sich der Eingang zum Hotel befindet, kann man durch eine schmale Gasse namens Kígyó utca um das Gebäude herumgehen und so auf die Fortsetzung der Váci utca gelangen, wo sie als begrünte Fußgängerzone voller Restaurants, Bars und Cafés weiterführt. Es lohnt sich in Budapest immer, bei jeder sich bietenden Gelegenheit einen Blick in offene Türen zu werfen.

Fotos vom Mittag des 11. Juli 2017 in Budapest, Ungarn – die kleinen Bilder in der Galerie bitte zum Vergrössern anklicken.

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3 Gedanken zu “Március 15 tér – Am Platz des 15. März

    • Ich nutze das mit den Strassen und all dem auch immer wieder gern selbst, wenn mir etwas später mal wieder ein Urlaub durch den Kopf geht, und ich überlege, was das war und wo. Da ist es durchaus praktisch.
      Früher, als man noch nicht über das Web die Stätten nachvollziehen konnte, habe ich auf Reisen immer gleich, oder nach einem Wegabschnitt, die Fotos mit Ortsangaben handschriftlich notiert. Wenn ich nicht statisch an einem Urlaubsort bleibe, ist mir das später wichtig, weil ich sonst Stunden und Tage herumrate.

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