Wegrand im Wendland

Weg von den Urlaubsfotos und – zwischendurch – hin zum Wegrand im Wendland:

 

Nachdem Frühling und Frühsommer diesen Jahres von einem deprimierenden Insektenmangel geprägt waren, hat der Juli deutlich aufgeholt. Das ist, je nach Zuständigkeit, nicht zuletzt den Landwirten bzw. den Auftraggebern in der Samtgemeinde zu verdanken, die beim Abmähen der Wegraine in diesem Jahr zurückhaltender waren und so einige Schmetterlingsarten z.B. mit den unentbehrlichen Brennnesseln und Ackerdisteln eine Chance eingeräumt haben, wenigstens in der Sommergeneration wieder Nachkommenschaft heranzubilden.

 

Vor allem die zuvor schmerzlich vermissten Tagpfauenaugen sind im Juli endlich wieder vorhanden, Dickkopffalter, auch einige Kleine Füchse konnte ich entdecken, C-Falter, und Kohlweisslinge auch. Besonders gefreut habe ich mich bei der Entdeckung, dass ein von mir vor Jahren ausgewilderter Wilder Dost am Wegrand von Dickkopffalter besucht wurde. Der war als Stängelchen in einem grossen Grasbulken enthalten gewesen, mit dem ich ein von Bongo gegrabenes Erdloch nach seinem Mäusejagd-Exzess wieder verschlossen hatte, denn > so gründlich, wie Bongo buddelt, konnte man das echt nicht lassen. Seither hat sich das Pflänzchen gut entwickelt:

 

Dickkopffalter habe ich in diesem Jahr auch im Garten, auf den Wieseninseln und am Wilden Dost, alias Oreagno, und Schafgarben lieben die drolligen Falter offenbar auch. Am Rand eines unbefestigten, grünen Feldweges blüht sie reichlich, sowohl in reinem Weiss, als auch mit einem Hauch von Rosa. Schweb- und andere Fliegen, Käfer, Falter und kleinen Wildbienen mögen sie sehr, auf den Fotos sind beispielsweise eine Wespenschwebfliege und ein Trauer-Rosenkäfer zu sehen:

 

Leider hat das Johannisgreiskraut unter den Menschen mit Nutztierhaltung meist keine gute Lobby, weil es im Heu von den Tieren mitgefressen wird und ihnen ernstlichschaden kann, während es als frische Pflanze auf der Weide einfach von den Tieren gemieden wird wie viele andere unbekömmliche Pflanzen auch. Ein Grund mehr, Stallfütterung nicht als die beste Lösung anzusehen, denn nicht das Kraut ist schuld, sondern derjenige, der ohne Kenntnis der Pflanzen alles mäht und verfüttert, was auf der Wiese wächst. Die Insekten dagegen können von den gelben Blüten gar nicht genug bekommen:

 

Fotos vom 17. Juli 2017, aufgenommen beim Spaziergang mit Bongo an den üblichen Wegrändern bei Lüchow – zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder anklicken.

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5 Gedanken zu “Wegrand im Wendland

    • Sehr! Sie haben es natürlich nicht ganz und gar fertiggebracht, alles stehen zu lassen, aber es hat gereicht, um innerhalb weniger Wochen an solchen Stellen den Eindruck einer total insektenverarmten Natur zu wandeln. Beim Anblick von den Faltern auf Disteln am Wegrand oder im Garten bin ich gerade wieder richtig happy. Ich hoffe nur, die Einsicht hält an.

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