Insekten auf Gelb

Es handelt sich zwar bei den abgebildeten gelben Blüten um Wildpflanzen, aber bei mir stehen sie im Garten; das mit wunderbarem Honigduft blühende Echte Labkraut Galium verum habe ich sogar gekauft, weil es in der näheren Umgebung nirgends vorkommt, während es beim Johanniskraut Hypericum perforatum genügt hat, einfach mal ein kleines Pflänzchen vor dem Gartenzaun rechtzeitig hereinzuholen, bevor es wieder abgemäht wird, und die größer werdenden Büschel immer wieder zu teilen. Ursprünglich war Johanniskraut an den Wegrändern hier ebenso häufig wie Rainfarn und Schafgarben. Die Raupen von 14 Schmetterlingsarten sind entweder Johanniskraut-Liebhaber oder sogar davon als einziger Nahrung abhängig, beim Echten Labkraut sind es sogar 16 Arten, bei beiden handelt es sich um verschiedene Eulen, Spanner und Spinnerartige. Außerdem werden die Blüten beider Pflanzen sehr gern von verschiedenen Bienen und Hummeln besucht, auch wenn es in diesem Sommer beklagenswert wenige sind, die überhaupt herumfliegen – das ist ein Grund mehr, im Garten daran zu denken, dass sie alle Nahrung brauchen.
Solche schlanken Wespen sehe ich nicht häufig und leider ist das Bild nicht so gut geworden, dass sie mit Eindeutigkeit zu bestimmen wäre. Ich vermute, dass es sich um eine Grabwespe handelt, und die brauchen für ihren Nachwuchs ihrerseits wieder andere Insekten, während sie selbst Blüten besuchen.

Das Ferkelkraut Hypochaeris radicata ist mir buchstäblich in grösserer Menge zugeflogen. Die beiden gut zu identifizierende Schwebfliegenarten Garten-Schwebfliege Syrphus ribesii und Behaarte Schwebfliege Syrphus torvus sehe ich dort häufiger, andere Schwebfliegenarten aber auch. Aber das Gewöhnliche Ferkelkraut zieht als Nektarpflanze nicht nur Schwebfliegen, Käfer, Hummeln und viele verschiedene (Wildbienen-)Arten an, denen darauf zuzusehen eine Freude ist, sondern wird auch gern von Tagfaltern besucht. Das Gewöhnliche Ferkelkraut ähnelt von weitem optisch dem allbekannten Löwenzahn, ist aber weniger aufdringlich und wenn an manchen Stellen unerwünscht, wesentlich leichter aus dem Boden zu bekommen, vor allem während der Blüte, indem man am Stängel zieht – man kann es ja sogar auch als Wildsalat essen.
Fotos aus dem Garten vom 24. Juni 2017. Wer die Bilder noch größer sehen möchte: bitte anklicken.

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8 Gedanken zu “Insekten auf Gelb

  1. Das Ferkelkraut – dass es sich dabei um Ferkelkraut handelt, habe ich erst aus diesem Beitrag erfahren – hat sich im Rasen im Vorgarten hier total ausgebreitet. Es mag relativ leicht rauszubekommen sein, ist aber sehr zäh, bei der Trockenheit dieses Jahr ist das Gras nicht gewachsen, aber dieses Kraut hat hohe Stängel ….

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  2. Ein tolles Foto von der Wespe vor der Blüte 🙂 Interessant auch mit dem Johanniskraut. Man weiß viel zu wenig, wer alles von wem lebt ! Auf meiner „Baumscheibe“ hatte ich so ein Pflänzchen entdeckt, von dem ich hoffte, daß es Ferkelkraut sei, ist aber leider keins. Ich finde es wunderschön und würde mich freuen, wenn es mal statt des massenhaften Löwenzahns dieses hübsche, zartere Kraut gäbe.

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