Entblättert

Es geschah überraschend, beinahe über Nacht: als ich das Grundstück verlassen wollte und an den Blutberberitzen-Sträuchern vorbeiging, fiel mir auf, dass ich die Fingersträucher dahinter sehen konnte, statt der dunkelroten Blättchen, und eine Schnirkelschnecke an einem der dornigen, entlaubten Zweige auch.
Aber Schnirkelschnecken tun so etwas nicht. Wer hatte vier ungefähr gleich grosse Sträucher von etwa einem Meter Höhe und Umfang binnen kurzem, bis auf die noch unreifen Beeren, nahezu vollständig skelettiert?

Ich fand kleine Räupchen, eigentlich und richtig Larven, die Larven der Berberitzen-Blattwespe Arge berberidis nämlich. Was mich an den Suchergebnissen im Web wirklich gestört hat, war die Vernichtungsorientiertheit der deutschen Webseiten. Ich will doch erst einmal wissen, mit welchem Tier ich es zu tun habe, gerne auch mit Bildern, bevor ich Tipps brauche, wie ich es am besten umbringe!

Fündig in der Weise, wie ich es mir wünsche, wurde ich schließlich englischsprachig, bei NatureSpot in Wort und Bild:

„The adult fly is black, to be found on berberis and mahonia plants. June to August, Berberis sawfly larvae cause severe defoliation on some berberis and mahonia spp.. They have a black head on a greyish-white body with yellow blotches and small black dots.“

 

Nahaufnahmen und Informationen über die Berberitzen-Blattwespe > Berberis Sawfly – Arge berberidis | NatureSpot

Meine eigene Aufnahme habe ich gleich nach der Entdeckung des Schadens gemacht, am 24. Juni 2017.
Nachdem ich ein bißchen herumgelesen habe, auf welche Weise man damit umgehen könnte, wenn man nicht mit Gift agieren will, habe ich mich für das vollständige Entfernen der Sträucher entschieden, denn die Tierchen kommen jedes Jahr wieder. Im Grunde war es eine letzte Entscheidungshilfe, weil das Beet an der Einfahrt sowieso mal wieder ausgelichtet gehörte und die Berberitzen geschnitten. Nachdem es heißt, diese Blattwespen fänden nur Berberitzen und Mahonien lecker, kann ich mir weitere Überlegungen sparen und die Lücken fallen schon jetzt kaum noch auf, denn die habe ich mit geteilten Taglilien-Büscheln besetzt.

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