„Paddelt schneller, Kinder!“

„Paddelt schneller, Kinder!“ scheint die Entenmutter zu rufen, “ … und schön im Schilf bleiben, dann entkommen wir!“

Hoffentlich. Das wenige, vorläufig noch nicht ausgebaggerte Schilf in der Mitte des Königshorster Kanals bot noch etwas Schutz, während dessen Böschungen vollständig bis auf die Grasnarbe abgemäht wurden.
So suchte die Stockente Anas platyrhynchos mit ihren acht oder neun Küken alarmiert und geschwind einen Ausweg, den sie hoffentlich in einen der Seitenkanälchen noch erreichen konnte.
Sobald sie aus dem Wasser heraus das Ufer beträten, wären die Kleinen leichte Opfer für den kreisenden Greifvogel bzw. dessen wartenden Kollegen.

Am 17. Juni 2017 war diese Beobachtung erst der Anfang des alljährlichen Dramas entlang des Königshorster Kanals.
Inzwischen bieten die vielen toten Fische und verschiedenen anderen beim Ausbaggern getöteten Wassertiere an den Ufern einen gruseliges Anblick.
Für die auch Aas fressenden Krähen, Störche, Graureiher und Greifvögel mag das Trauerspiel ein Fest sein, aber am Beispiel der Enten kann man wieder einmal sehen, mit welchem Unverstand diese Arbeiten terminiert und ausgeführt werden.

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37 Gedanken zu “„Paddelt schneller, Kinder!“

  1. Ja, muß das alles auf einmal passieren bzw. kann man keine Inseln stehen lassen ?? Fragt man sich da. Beim Mähen von Wiesen sind sie ja manchmal auch schon ein Stück schlauer, und lassen Inseln mit Gräsern stehen. Seufz. Hoffentlich haben die süßen Entis es geschafft 🙂

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        • Nachdem der Kanal inzwischen zum Hochwasserschutzplan Niedersachsen zählt, ist es wahrscheinlich keine reine Gemeindeangelegenheit, aber das ist nur geraten, ich weiß es auch nicht wirklich.
          Ich zahle nur Gebühren dafür :-/

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                • Ursprünglich waren die Gräben eine rein landwirtschaftliche Entwässerungsmassnahme im Rahmen der Flurbereinigung, so dass die Unterhaltungskosten den anliegenden und damit nutzniessenden Dörfern angelastet wurden. Davon ausgehend, dass in Dörfern nur Landwirte wohnen (haha…. ) und ich in einem zur Stadt Lüchow eingemeindeten, aber eben immernoch als Dorf geltenden Ortsteil wohne, wird mein Haushalt (una auch alle anderen nichtlandwirtschaftlichen Haushalte in diesen Dörfern) auch mit einem Gebührenanteil belastet. Nach den Elbhochwassern um die Jahrtausendwende hat sich der Sinn der Kanäle gewandelt, denn landwirtschaftlich gesehen ist das Land jetzt zu trocken und besser wäre es, den Graben zuzuschütten, aber nun ist er Teil des Entlastungsnetzes beim Hochwasserschutz, der eventuelle Rückstaus bei Elbhochwasser bzw, Wasser bei Starkregen aufnehmen soll.

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                    • Bei der „landwirtschaftlichen“ Belastung verkrautet der Kanal, insofern: sachlich eher nicht, aber zeitlich sollte einfach erst Ende Juli etwas getan werden, wenn alle Jungtiere aus den Nestern sind und in der Lage sind, zu fliehen, die Falter geschlüpft, … den Schnecken, Muscheln und Fischen ist leider so oder so nicht zu helfen.
                      Nachdem – es regnet ja auch gerade schon wieder kräftig – der Hochwasserschutz wichtig ist, gibt es zu den Kanälen keine Alternative. Wenn du eine Idee hast?

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                    • Nö, außer vielleicht, wie du es schon vorschlägst: später mähen. Hier in der Stadt haben sie vor ein paar Jahren für den Hochwasserschutz unter Protest 160 (?) Bäume gefällt, um so ein Rückhaltebecken anzulegen und die Stadtteile weiter unten an der Leine zu entlasten. Das sind jetzt so sterile Rasenflächen, die regelmäßig gemäht werden. Muß anscheinend so sein. Oder doch nicht ? Wenn das Gras kniehoch ist und es kommt Hochwasser, macht das wirklich was ? Den Experten nach anscheinend schon, aber wenn man sich die Auenlandschaften ansieht, wird dort doch auch nicht gemäht. Keine Ahnung. Ich bin Laie…..???

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                    • Bei Gräben mit Schilfwuchs sehe ich auch nur das Entfernern des Grüns ein, das ansonsten das Kanalbett zuwachsen lässt, und dass man die Böschungen ab und zu mäht, damit sich kein Buschwerk ansiedelt, dass die Böschung aufbricht, aber Mähen bis auf die Wurzeln ist einfach Quatsch.

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                    • Es gibt wirklich gute Fachleute, das möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich betonen. Aber es gibt leider auch die anderen „Fachleute“, daher ist gesunde Skepsis nie verkehrt!
                      zum Beispiel:
                      Sogenannte Fachleute nennen sich zum Beispiel Baumpfleger und verstümmeln kerngesunde Bäume, die wenige Jahre später aufgrund zu starken Beschnitts sterben.
                      Oder errichten Entwässerungsgräben, deren Wände so steil und instabil – weil sie ja auch wurzelfrei gehalten werden – sind, dass sie beim nächsten Hochwasser ins Rutschen geraten.
                      Oder entwässern Buchenwald – Wald hat eigentlich eine Wasserrückhaltefunktion. Er nimmt Wasser auf wie ein Schwamm und gibt es langsam wieder ab. Durchzieht man aber einen Wald mit Entwässerungsgräben, fließt das Wasser natürlich gleich ab. Und dann wird gejammert, dass der Wald so trocken ist und an den Bäumen Trockenheitsschäden zu beobachten sind. Und gleichzeitig muß man alle Gräben zwischen den Feldern erweitern, weil sie das viele Wasser (das dem Wald entzogen wird) nicht aufnehmen können… Kreisel!
                      Aber ich wollte ja in den Wald gehen…

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                    • ARG! Was für ein Quatsch! Menschen, die solche Entscheidungen treffen, haben einfach Null Ahnung von Ökologie! Und haben sich noch nie mal hingestellt und sich das ganze mal bewußt angeschaut. Wie bei uns im Dorf. Da quatschen sie ganz gescheit Zeug daher und es ist einfach totaler Blödsinn. Aber so sagt´s ja jeder, und so hat man das schon immer gemacht. Immer die gleichen Antworten auf die gleichen Fragen – sowas von unkreativ! Statt sich einfach mal die Dinge anzuschauen! Rückhaltebecken ja, aber doch nicht so!
                      So, ich klapp jetzt den Rechner zu und geh ne Runde in den Wald.

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                    • Wald! Nachdem es die ganze Nacht schon rauscht und plätschert, und das Ganze noch mindestens weitere 8 Stunden anhalten soll, wäre es vernünftig für die Landschaftsplanung im Sinne des Hochwasserschutzes wieder mehr Laubbäume als Wälder bzw. Gehölzstreifen zu pflanzen, die sowohl Wasser verbrauchen als auch zurückhalten können, ganz abgesehen davon, dass die zunehmenden Winde gebrochen und die Erosion aufgehalten werden könnte,
                      statt immer mehr (vor einigen Jahrzehnten mit Fördermitteln angelegte) Windschutzgürtel peu á peu „verschwinden“ zu lassen.

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                    • Jaaa, der Laie quatscht gern gescheit daher 😉 Aber ich gebe dir Recht: schade, wenn man sich nichts Neues einfallen läßt oder mal kreativer an die Sachen rangeht. Meine Darstellung mag allerdings auch recht laienhaft sein. Dazu müßte man sich die Geschichte noch mal genauer ansehen. Für mich war einfach nur die Frage: darf da grundsätzlich nichts wachsen oder soll da nichts wachsen….oder wie….

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          • Als ob das Ausbaggern solchre Kanäle Hochwasserschutz wäre… über diesen Quatsch reg ich mich bei uns hier auch immer auf. Die Pflanzen bremsen das Wasser doch aus! Und sorgen für Stabilität der Grabenwände (falls sie noch nicht ausbetoniert wurden – was das Wasser noch mehr beschleunigt). Der Boden nimmt dann viel mehr Wasser auf und gibt es langsam wieder ab. Wie ein Schwamm. Die Leute, die so was veranlassen, haben sich noch nie angeschaut, wie gut das Wasser zwischen Schilf, Gras und sonstigem Bewuchs hindurchfließt. Als ob solche Pflanzen Wasser aufhalten würden…
            Hochwasserschutz heißt eben auch Wasser ausbremsen, und nicht nur beschleunigen.
            Zum Haare ausraufen…

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            • Ja, schade, wenn Fachleute keine Fachleute sind und es noch verschlimmbessern. – Also heißt das dann, daß es durchaus sinnig wäre, solche Hochwasserbecken oder Gräben bewachsen zu lassen ?! Naja, sie mähen bei uns vielleicht auch, weil es gleichzeitig „Park“ und Liegewiese ist. Aber im Vergleich zu vorher siehts jetzt so steril aus und ich fragte mich, ob man da nicht was wachsen lassen kann und ob es für den Hochwasserschutz so kurz gehalten wird oder aus gärtnerischen Aspekten…Was du schreibst, macht Sinn, daß Bewuchs für eine Ausbremsung der Fließgeschwindigkeiten sorgt. Für die Gräben klingt es für mich durchaus sinnvoll ! Im Lauf der Zeit hat man die Auenlandschaften kaputt gemacht und gebaut, wo Wasser floß und so weiter und so fort… Flächen versiegelt und hinterher über nasse Füße gewundert 😉

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              • Naja, ganz so kann man den Vorwurf nicht stehenlassen, dass ein generelles Stehenlassen besser wäre.
                Es gefällt mir zwar nicht, den advocatus diaboli zu geben, aber die entstehende Pflanzenmasse, die lebende und die abgestorbene, würde den Graben mit den Jahren auffüllen, umstürzende Bäume in der Böschung große Flächen davon mitreissen, was die Anlage zerstören und unwirksam werden liesse – eine gewisse Regulierung des Bewuchses ist unvermeidlich.

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                • Ja, das stimmt. Da geb ich dir recht. Ganz ohne ausbaggern oder mähen geht es natürlich nicht. Das ist aber kein Grund, jedes Jahr alles komplett bis in die Wurzelebene auszubaggern oder abzufräsen, und vor allem überall alles auf einmal, so dass es – wie zum Beispiel für die von dir beschriebene Entenfamilie, keine Versteckmöglichkeiten weit und breit mehr gibt, Pflanzen nicht mehr aussamen können usw. Solche – ich nenne es mal – sehr intensiven Aktionen sind ein Grund für die Artenarmut.
                  Eine Möglichkeit wäre, die Grabenseiten im järhlichen Wechsel zu mähen. Eine zweite, nicht bis in den Boden hinein zu mähen, sondern auf 10 cm Höhe stehenzulassen. Dadurch würden alle Kleintiere, deren Strategie ducken statt flüchten ist, überleben. Und ausbaggern kann man auf eine zimelich radikale, aber auch auf eine deutlich schonendere Weise.
                  🙂 mann, ich hab mich heute morgen ganz schön aufgeregt, wenn ich so meine Kommentare lese *grins*. Dein Beitrag, liebe puzzleblume, hat wohl einen wunden Punkt getroffen 🙂

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                    • Habt ihr bei euch eine lokale Naturschutzgruppe? BUND oder NABU? Falls ja, könntest du dich vielleicht mit denen zusammentun. Hier bei uns führt der BUND auch ständig Gespräche mit den zuständigen Behörden und den Leuten, die diese Maßnahmen anordnen. Bisher zwar mit noch nicht so viel Erfolg, aber immerhin gibt es kleine Einzelerfolge. Und die Kontakte bestehen, es wird immerhin darüber gesprochen und daran gearbeitet. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Ein Versuch ist es wert, auch wenn sich da auch nicht unbeidngt von heute auf morgen was ändert.

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              • Wie das bei dieser komischen Wiese, von der du erzählt hast, geregelt ist, weiß ich natürlich nicht. Aber es gibt ein paar Baumarten, die sehr gut auf diese Wiese passen würden, und es sähe nicht mehr so steril aus, sondern wäre wieder mehr ein Park. Außerdem könnte man einen Ausgleich für die gefällten Bäume schaffen. Auenwaldarten wie Weide und Erle, auch Esche hält was aus, oder wenn es nur selten Überschwmmungen gibt, auch Hainbuchen und Eichen. Eine sterile Wiese müßte also nicht sein.

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  2. Ja, die Knicks sind in den letzten Jahrzehnten vielfach immer mehr kaputt gemacht worden. Auch so eine sinnige Sache !!! Der Mensch ist ein komisches Tier. Sägt zu gern am eigenen Ast…..hält sich dabei aber für sehr intelligent 😉 Ein Widerspruch ???

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