Real Jardín Botánico de Madrid – mittags im Botanischen Garten

Folgt man dem Paseo del Prado an der Puerta de Velázquez vorbei, gelangt man zur Plaza Murillo am südlichen Ende des „Prado“-Gebäudes, und dort befindet man sich, auch wegen der Warteschlange unübersehbar, am Eingang des Botanischen Gartens von Madrid, dem Real Jardín Botánico de Madrid.
Der erste Botanische Garten von Madrid war bereits 1755 durch Fernando VI an einer anderen Stelle gegründet worden, aber auf Anordnung von Carlos III verlegte man ihn 26 Jahre später an seinen heutigen Platz. > Wikipedia darüber.

Der Botanische Garten ist in Terrassen und botanisch sinnvolle Bereiche gegliedert, aber die Anordnung meiner Fotos hier im Artikel entspricht dem nicht immer. Ich bin kreuz und quer gegangen und auch nicht überall gewesen. Manches war abgesperrt, wurde gerade bearbeitet, war noch im Winterschlaf oder ich habe es übersehen und vergessen.

Die Statue, eine Arbeit des Bildhauers José Pagniucci y Zumel von 1866, stellt den spanischen Botaniker Antonio José Cavanilles dar. Dieser war von 1801 bis er vier Jahre später verstarb, Direktor des Botanischen Gartens von Madrid und verschaffte ihm gesellschaftliche Bedeutung und internationale wissenschaftliche Anerkennung. Die Blickrichtung der Skulptur ist auf den Gemüse- und Kräutergarten gerichtet:

Darin wächst alles, was man von einem klassischen mitteleuropäischen Nutzgarten erwartet, einzeln fotografiert habe ich Borretsch mit weissen und blauen Blüten, sowie die für die Küche in Nordwestspanien (Galicia) wichtige Kohlsorte, die gerade sehr hübsch in Elfenbein- und Rapsgelb blühte.

In der Nähe standen Obstbäume in Blüte und Citrusbäume trugen Früchte, die man aus dem Handel in Deutschland gar nicht kennt. Den Namen der kleinen, fast glattschaligen Früchte habe ich vergessen, die dicht zusammengedrängten orangen sind Pomeranzen, die Blüte gehört einem Quittenbaum.

Die Bronzeskulptur eines Mädchens mit Dahlie in der Glorieta de la Niña mochte ich so sehr, dass ich gleich zwei Fotos von ihr im Artikel untergebracht habe. Der Bildhauer Julio López Hernández hat sie 1991 geschaffen, als Erinnerung daran, dass 1789 Dahliensamen aus Mexiko zum Botanischen Garten von Madrid gesandt wurden, und durch Antonio José Cavanilles ihre Vermehrung dort und der Erfolg in den Gärten Europas seinen Anfang nahm. Weil im April keine Dahlien blühen, sind hier Bartiris und Bleiwurz dazugestellt.

Washingtonia- und Dattelpalmen, Agaven und zahlreiche andere subtropische Pflanzen finden sich zwischen den Beetanlagen. Einige trugen bizarre Blütenstände. Manchmal wirkt es so, als wären sie bestehen geblieben, während die Unterpflanzung ausgetauscht wurde.

Um an dieser Stelle all die Namen parat zu haben, hätte ich wohl die Schildchen fotografieren müssen, nun muss für die eine oder andere „exotisch“ genügen. Die rote Blüte gehörte zu einem grossen Strauch oder Baum, die fackelähnlichen Blütenstände müssten zu einem Rauschopf gehören, einem den Agaven entfernt verwandten Gewächs aus Mexiko.

Verschiedene Kamelien gibt es im Real Jardín Botánico de Madrid, sie blühten an verschiedenen Stellen gruppenweise im Garten verteilt, auch Azaleen und Rhododendren standen bei meinem Besuch gerade in Blüte, die Kamelien sind auf den Bildern in Farbtönen zwischen zwischen hellem Karminot und zartem „Babyrosa“ zu sehen, die Azaleen in Weiß und Bonbonrosa, über einem Teppich von herabgerieselten Judasbaumblüten:

Die Mädchenskulptur des Bildhauers Julio López Hernández La niña hat eine seiner Töchter zum Modell, übrigens ist der Künstler auch der Schöpfer des Standbbildes von > Federico García Lorca, das mit dem Vogel, auf der Plaza de Santa Ana.
Kurz bevor ich den Garten durch den Haupteingang wieder verließ, wurde es noch einmal – für die Anlage ungewöhnlich – sehr bunt, denn die Tulpenbeete leuchteten in vielen Farben und bei einigen der Einzelblüten näheres Hinsehen lohnend:

Wahrscheinlich kann der eine oder andere erraten, dass es die gefüllte, unter der Mittagssonne weit geöffnete violette Tulpe war, die mir besonders gefallen hat. Damit verliess ich den Botanischen Garten von Madrid und machte mich auf die Suche nach einem weiteren Garten etwas weiter südlich am Paseo del Prado, nämlich dem vertikalen Garten von Patrick Blanc, der 2007 an einer Wand des LaCaixaForums installiert wurde. Davon mehr im nächsten Beitrag.

Fotos vom Mittag bzw. frühen Nachmittag des 12. April 2017 in Madrid, Spanien – bitte die kleinen Bilder zum Vergrössern anklicken!

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8 Gedanken zu “Real Jardín Botánico de Madrid – mittags im Botanischen Garten

  1. Tolle Fotos von großer Arten- , Blüten- und Farbenvielfalt und zusätzlich anmutiger Kunst im Botanischen Garten! 🙂
    Mitte April ist in unseren Breiten ja bei weitem noch nicht so viel los in der (Freilauft-)Flora …

    Gefällt 1 Person

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