Von der Plaza Mayor über die Plaza de la Provincia zur Plaza de la Cruz

Die Plaza Mayor hatte ich durch den Bogen in die Calle de Gerona verlassen. Man war dort zwar auch nicht gerade allein, aber doch angenehm schnell entfernt von den seltsamsten Ausblühungen des Tourismus-Strassenprogramms, wie als lebende Statuen oder Comicfiguren verkleideten Gestalten, Selfiestick-Verkäufern und aufdringlicher Akkordeonmusik.

Es gab in der Calle de Gerona einfach nur noch Angebote von Souvenirläden und Bars. Die richtige Tageszeit für deren gute Geschäftszeiten schien aber noch nicht gekommen zu sein, die Inhaber vertrieben sich die Zeit mit ihren Mobiltelephonen. Betriebsamkeit beginnt dort wahrscheinlich erst ab dem späteren Nachmittag. „Jetzt“ war es gerade noch Mittag und die Stühle neben dem Brunnen Fuente de Orfeo auf der Plaza de la Provincia fast leer.

Der Brunnen Fuente de Orfeo, auch Fuente de la Plaza de Santa Cruz, Fuente de la Plaza de la Provincia, Fuente de la Cárcel de Corte oder Fuente del Perro genannt, ist schon seit eineinhalb Jahrhunderten eine Replik des Originals aus weissem Marmor im Museo Arqueológico de Madrid. Der Brunnen war 1617 durch den Architekten Juan Gómez de Mora beim Bildhauer Gaspar Ordoñez in Auftrag gegeben worden, um den Platz vor dem neuen Palacio de Santa Cruz zu schmücken, der durch ihn unter König Philipp IV als Sitz und Gefängnis des Gerichtshofes Sala de Alcaldes de Casa y Corte errichtet wurde.

Links sieht man den „Hundebrunnen“ auf der Plaza de la Provincia noch einmal von vorn, auf dem nächsten Foto ein Stück Schmuckgiebel und einen der Türme des Palacio de Santa Cruz. Dahinter entdeckt man den Turm einer Kirche in Ziegelrot, weiß umrandet: der Turm gehört zur Ende des 19. Jhs. anstelle einer viel älteren abgebrannten Klosterkirche erbauten Iglesia de la Santa Cruz. Diese steht an der Südseite des zweiten, an die Plaza de la Provincia anschließenden Platzes, die Plaza de la Cruz (letztes Foto), und gehört schon zur Calle de Atocha. Der Architekt Francisco de Cubas hat den auffallenden, aussen roten und innen hellen Kirchenbau entworfen, eine Kombination von Neogotisch und Neomudéjarstil. Den über achtzig Meter hohen Turm kann an auch aus dem > Fensterchen des Appartments sehen. Bis 1920 der Sitz der Telefónica an der Gran Vía gebaut wurde, war er das höchste Gebäude Madrids.

Ach, und beinahe hätte ich vergessen, das bogenförmige Monument auf dem ersten Foto, ganz oben, zu erwähnen: es erinnert an den 12. Juni 1985, den feierlichen Akt zum Beitritt Spaniens zur EU, zur Europäischen Gemeinschaft, hier ist es noch einmal einzeln und grösser. Das letzte Foto zeigt, wie oben erwähnt, die Plaza de Santa Cruz, die mit der Plaza de la Provincia zusammenhängt. Von da aus ging es über die Calle de la Bolsa weiter, sozusagen aus dem Bild hinaus, nach rechts.

Fotos vom Mittag des 11. April 2017 in Madrid, Spanien – zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder im Beitrag anklicken.

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