Zum Mercado de San Miguel

 

„Und so ging es heiter weiter, wie vorher schon erwähnt, Richtung Delikatessen-Markthalle …“ hatte ich vorher geschrieben, und wenn man zum vorigen Eintrag zurückgeht, findet man quasi den nahtlosen Anschluss mit dem letzten Foto von der Plaza de Villa zum ersten Bild in diesem Eintrag, aus der Calle de Codo zurückfotografiert auf die Casa de la Villa, deren anderes Ende zwischen den goldgelben Hauswänden des Folgebildes abzusehen ist: sie endet auf der Plaza del Conde de Miranda, die über der schönen alten, mit Nägeln beschlagenen Tür der Haus No.1 als „Plazuela“ = Plätzchen bezeichnet wird. Auch wenn es aussieht, als wäre das Haus neu und nur mit alten Elementen versehen, handelt es sich doch um die im 18. Jh. errichtete Residenz des Conde de Miranda del Castañar, heute ein Hotel.

 

Auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes gelangt man über die Calle Conde de Miranda zum Platz mit der kleinen Markthalle, der Plaza de San Miguel vor dem Mercado de San Miguel, meinem Etappen-Ziel. Der Marktplatz hat sich seit dem 18. Jahrhundert auf dem Abrissplatz einer abgebrannten Kirche vom einfachen Markt „mit verderblichen Waren“ Ende des 18. Jhs. zu einem überdachten Fischmarkt Anfang des 19. Jhs. entwickelt und angeregt von anderen Eisen- und Glashallenmärkten in europäischen Großstädten wurde 1913 und ‚-16 von Architekt Alfonso Dubé y Díez die heutige Markthalle gebaut, die einzige alte gusseiserne Markthallenkonstruktion, die in Madrid überdauert hat.
Das Angebot im Inneren hat allerdings kaum noch mit einem klassischen Markt zur Versorgung mit Lebensmitteln für die Zubereitung in der Küche zuhause zu tun, sondern besteht in einer appetitanregenden (und teuren) Verführung zum sofortigen Essen und Trinken oder zum Mitnehmen fertiger Delikatessen. Für den Augenschmaus klickt bitte die kleinen Bilder in der Galerie an, dann sind die leckeren Häppchen größer:

 

Auf dem letzten Bild in der grossen Galerie ist die „Rückseite“ der Markthalle zu sehen, in der Calle Cava de San Miguel, eine der ältesten noch erhaltenen Strassen des alten Madrid de los Austrias an der Westseite der Wallmauer der Plaza Mayor, mit unterirdischen Kellern und Gängen. Dort entlang geht es im nächsten Beitrag weiter.

Fotos vom Mittag des 11. April 2017 in Madrid, Spanien – zum Vergrössern bitte all die kleinen Bilder im Beitrag anklicken.

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6 Gedanken zu “Zum Mercado de San Miguel

  1. Märkte ! Soo spannend. Schöne Fotos hast du da gemacht. Da fühlt man sich mittendrin ! Boh, ist das ein Tiefseefisch oder was ? Irre ! Und wie kommt der kleine Mann an die Schinken ?? Ich will Pimientos ! – kürzlich hörte ich einen interessanten Bericht. Viele Spanier kaufen auf Märkten ein. Vor der Krise waren es noch viel mehr. Heute sinds noch etwa 50%. In Portugal, wo es auch mal sehr verbreitet war, sind die Märkte heute überwiegend von den Supermärkten abgelöst worden. Schade. Märkte sind sowas tolles. Wie man hier sieht 🙂

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    • Die Märkte wurden in den großen Städten dem Tourismus geopfert, so wie hier. Das „Märktesterben“ hat also nichts mit der Krise und den geringeren Einkommen zu tun, sondern mit geplanten Umstrukturierungen gegen die Bedürfnisse der Anwohner zugunsten von Gastronomie.

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  2. Laut des Berichts hat es insoweit was mit der Krise zu tun, als daß die Supermärkte günstigere Lebensmittel anbieten. Es herrscht ja nicht überall Tourismusgastronomie. Das die zur Verdrängung beiträgt, kann ich mir aber auch gut vorstellen. Schade ists auf jeden Fall.

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