Außerdem am vergangenen Sonntagvormittag

Am vergangenen Sonntagvormittag brach ich zum Spazierengehen mit Bongo auf, als der Himmel nur grau-trübes Licht bot, aber während der ersten Minuten besserte es sich schon, und ich war froh, die Kamera doch mitgenommen zu haben. Gerade hatte ich auf dem Feld wieder Kraniche entdeckt und freute mich darauf, hinter den Weiden für die schreckhaften Vögel verborgen, etwas näher zu kommen, als ich außer den bereits kreisenden Greifvögeln am Himmel ein sich näherndes Motorflugzeug hörte und es dabei beobachten musste, wie es tiefer niederging, offensichtlich wegen der Vögel.

Auf den beiden nächsten Fotos sind ein kreisender Rotmilan Milvus milvus und dieses in Schleifen fliegende Leichtflugzeug zu sehen, dessen Pilot(in) sich einbildete, es sei eine Superidee, per Flugzeug Vögel aus der Nähe zu „beobachten“. Aber wenn zwei das Gleiche tun, ist es nicht dasselbe, und dieser Mensch gab sich mit dem Aufscheuchen der Kraniche und Graugänse nicht zufrieden, sondern steuerte – Absicht oder Unfähigkeit – in einer Kurve durch den querenden Schwarm hindurch.

Der Pilot überflog in Wendungen die hier im Blog auch schon als Beobachtungsorte von Kranichen und anderen Zugvögeln erwähnten Stellen, wandte sich dann Richtung Landgrabenniederung und kehrte wieder zurück, bevor das Flugzeug in nordwestlicher Richtung verschwand. Wie kann sich jemand mit einem Quäntchen Naturliebe so verhalten? Und ob ich mit Fotos und allzu genauen Ortsangaben im Blog an dieser Dummheit eine Mitschuld trage?

Beim Anblick des blauer werdenden Himmels, der von mir schon so oft fotografierten großen Stieleiche Quercus robur am Königshorster Kanal und des in der Eichenkrone einen glänzenden Auftritt hinlegenden Stars Sturnus vulgaris im Prachtkleid wurde ich wieder etwas ruhiger. In einiger Entfernung waren Rehe Caperolus capreolus in Gehölznähe zu beobachten, auch ein Paar Graugänse Anser anser war bei dem Flugzeug-Ereignis weniger schreckhaft gewesen und geblieben.

Als ich mit ein bißchen Glück eine Position fand, bei der sowohl das Gänsepaar als auch der Rehbock mit Ricke hintereinander auf ein und demselben Bild zueinanderpassten, wurde ich wieder ruhiger. Immer mehr aus dem braungrünen Wegrand ans Licht findende Blüten, wie hier die Purpurrote Taubnessel Lamium purpureum; sie stand schattig und man sieht ihr die kalten Nachttemperaturen noch an. Die Blüten und Insekten an den blühenden Kätzchen an Grauweiden Salix cinerea und Sal-Weiden Salix caprea trugen das Ihre zu meiner sich aufhellenden Gemütslage bei.

Als es mir gelang, kurz vor Ende des Spaziergangs noch eine der lärmend darin herumturnenden Blaumeisen Cyanistes caeruleus zwischen den Kätzchen der Sal-Weide zu entdecken und sogar aufs Bild zu bringen, konnte ich mich wieder freuen, denke aber darüber nach, ob man so eine Beobachtung einfach auf sich beruhen lassen kann.
Die Fotos sind alle vom Sonntagvormittag, etwa viertel vor elf bei Lüchow entstanden – zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder anklicken.

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