Frühlingsboten

„…, das Fotografieren öffnet einem die Augen für mehr als bloße Orientierung und manchmal erweitert es auch dem Sachwissen den Horizont, weil man neugieriger wird auf das Gesehene, nun, da man es schon mal bemerkt hat.“
Weil es thematisch so gut dazu passt, eröffne ich den Beitrag mit einem Gruß an Radelnder Uhu, wo ich heute früh diesen Kommentar schrieb.

„Frühlingsboten“ – bei dem Ausdruck denkt man doch unwillkürlich an das Mörikesche blaue Flatterband und andere Redensarten, die alljährlich mit den Zugvögeln aus dem Winterquartier zurückkehren.

Außerdem gehören dazu Blümchen, Kätzchen und Vogelstimmen – weich, bunt, hübsch: im Wind zitternde Buschwindröschen mit flaumigem Grün, goldgelb leuchtende Sterne vom Scharbockskraut, aus dem Gras am Wegrand lugende, verwilderte Krokusse, dazu ein paar Bienen, Käfer und Hummeln.

Eine Erdhummel Bombus terrestris fand ich gestern feucht und schwach vor mir auf dem Feldweg und ich sammelte sie auf, trug sie zu den Schneeglöckchen am Wegrand, setzte sie ab, wo sie Halt finden konnte und sah ihr dabei zu, wie sie die Nektarquelle erkannte und dort tatsächlich andockte.

Die Hummel-Milben entdeckte ich erst zuhause, auf den Fotos. Auch sie zu Frühlingsboten zu erklären: geht das? Wie ich gestern lernte, gehören sie wohl oder übel genauso dazu wie Bongo’s erste Zecke diesen Jahres. Hummeln überwintern nicht gemeinsam mit weiteren Hummeln in einem Winternest, die Königin allein zieht sich in eine Erdhöhle zurück, lediglich in Gesellschaft einiger Milben, die am Körper der Königin den Winter überdauern und damit in das neu gegründete Nest einziehen, wo sie sich ihren Milbendingen widmen – nicht alle schaden den Hummeln, sondern leben von den Rückständen und Exkrementen, die im Hummelnest anfallen, so las ich unter anderem > hier.
Die Fotos sind am 21. März 2017 am Wegrand bei Lüchow entstanden, zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder anklicken.

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8 Gedanken zu “Frühlingsboten

  1. Das hast du schön gesagt 🙂 Schön, die zarten Blümchen. Ich glaub, ich muß gleich mal in den Wald und gucken, ob die Buschwindröschen schon „aufmachen“ 🙂 Bei der Hummelkönigin hoffen wir jetzt mal auf die guten Müllentsorgermilben !!

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  2. hier bin ich wohl wieder richtig…irgendwie war ich vorher bei 2016 gelandet…
    ja die Kirschen werden kommen, wenn der Frost hoffentlich aus bleibt…hatte schon Tomaten mit Haube noch unter dickem Folienbeet…alles flüssig dank Minus 4C *grrr*

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    • Du bist immer richtig, weil ich es in jedem Fall lese. 🙂
      Ja, die vergangenen beiden Nächte waren widerlich eisig. In der Vogeltränke lag das Eis in dicken Klumpen: einmal alles Wasser komplett gefroren. Ich hoffe, den Insekten und nistenden Vögeln schadet es nicht.

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