Hol’s der Kuckuck – da oben ist doch ein verlassenes Eichen-Prozessionsspinner-Raupennest?

Da oben (eingekreist) ist doch ein verlassenes Raupennest vom Eichen-Prozessionsspinner?

Da oben (zum besseren Auffinden am Baumstamm eingekreist)- das ist doch ein verlassenes Raupennest vom Eichen-Prozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ?

Ja, hol’s doch der Kuckuck, denn der Cuculus canorus ist Profi in Sachen Vernichtung von Eichenprozessionsspinnern! Bei Wikipedia fiel er mir im Artikel über Eichen-Prozessionsspinner als einziger Vogel unter dessen Vertilgern sofort auf:

„Natürliche Feinde des Eichen-Prozessionsspinners sind Wanzen, Schlupfwespen, Raupenfliegen, der Kuckuck und räuberische Käfer wie zum Beispiel der Puppenräuber.“ (Wikipedia)

Statt dessen vernichtet der Mensch unserem liebsten Verkünder der warmen Jahreszeit in jüngerer Zeit seine Nahrung, besonders diese verrufene, giftige Raupenart, wo immer man sie antrifft.
Als hätte der Kuckuck nicht schon genug Probleme mit den durch die Klimaveränderungen verursachten zeitlichen Verschiebungen von Zug- und Nistgewohnheiten der Gasteltern für seine Jungen, die von seinen eigenen Reisezeiten zunehmend abweichen.
Das Timing stimmt nicht mehr, weil durch den früheren Brutbeginn der Vögel, die nicht mehr ebenfalls weit südwärts überwintern, wie der Kuckuck selbst, bereits deren Junge in den Nestern sitzen, während der Kuckuck doch sein Ei zu anderen Eiern legen müsste, damit es gemeinsam mit den anderen ausgebrütet werden kann.
So gibt es immer weniger aufgezogene Kuckucke, die Prozessionsspinner fressen können, die zeitweilig überhand nehmen und in Menschennähe vernichtet werden … eine unselige Verkettung von Umständen.
Als ich über diese Nahrungsvorlieben des Kuckucks las, der auch andere haarige, warnfarbige und giftige, von anderen Vögeln gemiedene Insekten frisst, fragte ich mich, ob das Outsourcen der Pflege und Aufzucht von jungen Kuckucken durch ahnungslose Gasteltern nicht eine logische Folge dieser schwierigen Nahrung sei.
Ist es nicht möglich, dass ansonsten so ein Jungkuckuck in Kontakt mit den giftigen Borsten des Eichenprozessionsspinners (und anderen von den Adoptiveltern sorgfältig gemiedenen Raupen und Insektenarten) genauso gesundheitlich gefährdet wäre, wie es die allergisch reagierenden Menschen sein können? Bisher wurde mir die Frage nicht beantwortet.
Das „Überleben des Stärkeren“ zugrunde zu legen ist womöglich zu oberflächlich gedacht, und es geht im Falle des Kuckucks gar nicht um als „Egoismus“ gedeutete Energie-Ersparnis durch Unterlassen der Aufzucht-Arbeit für die erwachsenen Vögel zulasten anderer Arten, sondern um den Schutz der Kuckucks-Jungen vor dem für sie noch Unverträglichen, was die Eltern ihnen auf keinen Fall in die Nester und hungrigen Schnäbel bringen sollten.
Abgesehen davon warte ich nun hoffnungsvoll darauf, in einigen Wochen den ersten echten Kuckucksruf hören zu können.

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2 Gedanken zu “Hol’s der Kuckuck – da oben ist doch ein verlassenes Eichen-Prozessionsspinner-Raupennest?

  1. Ist ja n Ding mit dem Nest – du also auch 😉 Und es ist interessant mit dem Kuckuck. Ist es bei anderen Vögeln nicht auch so, daß die Jungvögel etwas anderes zu fressen bekommen, als das, was sie dann als ausgewachsener Vogel futtern ? Man fragt sich schon, was die Natur sich dabei gedacht hat, dem Kuckuck Elternzeit ohne Arbeit zu geben ?? Vielleicht soll er sich tatsächlich nur um die Raupen kümmern, wer weiß. Grüße mit großen Fragezeichen 🙂

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