Einige Vögel im Garten gezeigt (- und einen Vogel dem Handel)

Im Garten liessen sich gestern einige Vögel an verschiedenen Futterstellen fotografieren, wie meistens: durch das Fensterglas.

Die Blaumeisen Cyanistes caeruleus, bleiben am liebsten in der „oberen Etage“ des Futterangebots. Die Kokosschalen, die ursprünglich mit einem Fett-Körner-Gemisch gefüllt waren, sind inzwischen dreiviertel leer, und ich streue statt dessen Erdnüsse und Fettfutter hinein.

Die Sperlinge spielen auf allen Ebenen mit, futtern am Häuschen, den Knödelhaltern, den Kokosschalen und am Boden. Auf den Bildern sind Feldsperlinge Passer montanus zu sehen, auf dem esten Bild der Serie mit einer männlichen Amsel Turdus merula. Amseln bleiben bei meinen Futterplätzen am Boden, das Häuschen ist ihnen, wie von mir beabsichtigt, zu klein.

Es ist mir auch gelungen, eines der Rotkehlchen Erithacus rubecula „zu erwischen“, die sich ebenfalls vorwiegend auf dem Boden aufhalten und nur ab und zu die Kokosschalen besuchen.


Noch einige Worte zum Vogelfutter: Auf dem letzten Bild mit dem Rotkehlchen auf der Kokosschale ist ein Hirsekolben aus der Ziervogelabteilung zu sehen.
Als ich vor drei Tagen wegen der zurückgekehrten Kälte noch einmal Vogelfutter nachkaufen wollte, gab es in allen normalen Supermärkten mit täglichem Bedarf und Baumärkten mit Gartenabteilung allenfalls noch einige letzte Meisenringe und -Knödel im Ramschkorb. Darum habe ich für die Liebhaber der kleinen Sämereien hoffnungsvoll zu einer Tüte Hirsekolben gegriffen, denn alle erhältlichen Futterangebote in verschiedenen Läden wiesen nur noch eine ziemlich grobe Zusammensetzung auf.
Einzelhändler kleiner Ortschaften leiden bekanntermassen darunter, wenn „ihre“ Einwohner sich im Internet holen, was sie brauchen, aber sie leiden nicht minder unter der zentralistischen Steuerung der Handelsketten, die im Januar die Regale, am Bedarf vorbei, bereits mit Osterhasen beschicken, aber die Belieferung mit Winterfutter für Wildvögel schon einstellen.
In einem Restpostenmarkt habe ich noch einige Tüten Sonnenblumen- und Erdnusskerne sowie allzu getreidehaltiges Mischfutter gehamstert, was ich aber wirklich haben wollte, war weder in Lüchow noch in Salzwedel erhältlich: Blumenzwiebeln und bunte Samentütchen waren stattdessen im Angebot. („Tock-tock-tock – die spinnen doch, die Römer?“)
Die Vögel haben noch einige Wochen bei eisiger Kälte und steinhartem Boden vor sich: soll ich etwa wegen des gewünschten Futters vierzig Kilometer nach Uelzen oder sechzig nach Lüneburg fahren? Derartige Artikel im Web kaufen zu müssen, ist lächerlich, aber nicht komisch.

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12 Gedanken zu “Einige Vögel im Garten gezeigt (- und einen Vogel dem Handel)

  1. Ich war gestern auch unterwegs. Hier im Ort ist ein gut bestückter Landhandel. Da könnte man das Vogelfutter auch in 25 Kilo Säcken kaufen, was ich für das nächste Jahr wohl in betracht ziehe, denn der ist wesentlich erschwinglicher als die kleinen Futterbeutel.

    Ich kaufe allerdings immer nur ein Mischfutter und Meisenknödel. Genauer damit beschäftigt, wer was frisst, habe ich mich nicht. Ich hoffe, dass bei dem Mischfutter alles dabei ist, was die Vogelwelt so braucht. Ob solch spezielle Sachen, wie Du sie kaufst, dort im Sortiment sind, weiß ich allerdings nicht.

    Damit die Katzen nicht auch zu Tisch gebeten werden, habe ich die Futterstelle bewusst weiter weg vom Haus „angelegt“. Ich kann sie dann zwar nicht beobachten aber die Vögelchen sind relativ sicher vor den Katzen. Emma huscht immer nur mal schnell raus und ist meist ein paar Minuten später wieder da und der Kater sitzt im Stall und hat es sich in einem Heuballen gemütlich gemacht und schreit ständig nach Futter. 😀

    Im Stall haben wir einen ganz kleinen und sehr flinken Vogel. Ich kann gar nicht erfassen, was es für einer ist. Ich nehme an, ein Zaunkönig, weil er so sehr klein ist. Auch ein paar Spatzen futtern die Grassamen aus dem Heu.

    Hier auf dem Land merkt man immer mehr die Internetkaufsucht. Es machen immer mehr kleinere Läden zu und ältere Menschen sind fast aufgeschmissen, wenn sie mal etwas spezielleres haben möchten.

    Ich bin eher ein Mensch, der sich die Sachen anschauen muss, im Original. Ist die Farbe wirklich so? Wie wirkt das? Wie groß ist das? Wie fühlt sich das an? Wie riecht es? Für mich ist das Internet nur die letzte Möglichkeit, wenn ich etwas haben möchte und es nirgendwo in meiner Umgebung finde.

    Wo bleibt denn da das Stöbern in kleinen Geschäften, das Entdecken von Dingen, die man vielleicht gar nicht gebraucht hat, die einen aber ansprechen und ein bisschen glücklich machen?

    Ach ja, die Fotos sind wundervoll. Ich bin jedes Mal wieder neidisch auf Deine sehr sauberen Fenster… 🙂

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    • Hehe, die Fenster … da ist eine Versiegelung drauf, die ein bisschen den Dreck abhält, ich putze die kaum und die Kamera blendet aus, was zu nah dran ist 🙂
      Den Landhandel zu besuchen habe ich keinen Grund, es sei denn, ich würde wegen des VoFus hinfahren, aber eine Idee wäre es. Trotzdem denke ich, dass die eher dasselbe getreidehaltige Zeug haben, wie ich bemängelt habe, weil die Körner liegenbleiben, bzw. nur von den Tauben geholt werden – teuer bezahlter Füllstoff für mich.
      Ich hatte vor zwei Wochen oder so eine gute Mischung, in der wenigstens Rapssaat mit drin war, Hanf wohl auch. So etwas will ich wieder, aber bekomme eben nicht mal das oben erwähnte mehr. Alles schon aussortiert. Das ärgert mich.
      Angebot und Nachfrage sollte keine Einbahnstrasse sein.
      Katzen haben wir ja keine im Haushalt ud die Nachbarkatzen sitzen zum Glück für „meine“ Vogelgäste unter den Häuschen in den Gärten ihrer Eigner – pervers, aber gut für meinen Garten.

      Ich glaube, wir mit unserer Randlage sind hier besonders in der Mitte von Nirgendwo. Luis fährt zum Praktikum nach Uelzen, mit der Bahn ab Salzwedel und dabei ist die Bundeslandgrenze ein Preisfaktor! Um weniger zu zahlen, müsste er statt 11 km zum nächsten etwa 20 km zu einem anderen Bahnhof fahren, um billiger wegzukommen.

      (Nicht einmal Ikea liefert hierhin aus, das Maximum sind 150 km. Du kannst messen von wo du willst, von Hannover, Hamburg, Braunschweig – wir sind immer raus. ^^)

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      • Bei uns ist es ähnlich. Natürlich haben wir Walsrode, Verden und Nienburg jeweils zwischen 20-25 km Entfernung, aber wenn man auf den Bus angewiesen ist, ist das ganz schön heftig. Lea muss 12 km zum Ausbildungsplatz. Anderer Landkreis, entgegengesetzte Richtung von meiner Arbeitsstelle. Mit dem Bus wäre sie schon um 05.55 Uhr vor Ort. Der Zweite ist erst um 06.55 da und somit 15 Min. zu spät. Wenn sie mit dem Bus zur Berufsschule fährt, zahlt sie eine Tour 4,50 Euro, wenn ich sie die 4 Kilometer aus dem Landkreis fahre, dann sind es nur noch 2,80 Euro. Fast 1/3 der Strecke hat keinen Fahrradweg und ist sehr unübersichtlich, weil kurvig, die anderen 2/3 haben einein Fahrradweg. der größte Teil verläuft durch den Wald und ist ziemlich einsam. Wenn man in den Schulferien auf den Bus angewiesen ist, dann ist man angeschmiert. Der fährt dann quasi fast gar nicht mehr und nie dann, wenn man ihn benötigt.

        Ikea und Dodenhof liefern allerdings bis vor die Tür, wenn man dass dann will… 😀

        Tauschen würde ich aber nicht wollen. Ich mag hier wohnen. Es ist so schön ruhig. 🙂

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  2. Erst mal: tolle Fotos von den Vögeln !! Zu niedlich, wie sie sich alle an der Kokosschale „präsentieren“ 🙂 Dann: ich wollte dich auch schon um deine sauberen Fenster beneiden !! So einen tollen Durchblick habe ich hier selten ! – Tja, und das mit dem Futterangebot ist wohl wirklich eure Randlage. Hier gibts noch einiges, obwohl ich inzwischen finde, daß in manchen Supermärkten die Qualität oder die Auswahl doch begrenzt sind. Inzwischen werden so viele Vögel mit Erdnüssen u.a. gefüttert, daß sie sich für die Meisenknödel kaum noch interessieren. Das höre ich von ganz vielen Leuten. Meisenknödel – was ist das ? – Ja, blöd, daß du dann aufs Internet zurückgreifen mußt, wenn du das eigentlich gar nicht willst….und das mit Ikea ist ja auch ein Ding ! Ihr wohnt sozusagen in Niedersächsisch-Sibirien oder wie ?!

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    • Kann man so sagen, ja.
      Was das Favorisieren von Erdnüssen angeht, ist mir das entgangen, bei mir „knödeln“ alle Vögel, die sie erreichen können, und Bongo kümmert sich auch gern um die heruntergefallenen Brocken.
      Erdnüsse mag er natürlich auch.

      Kann sein, dass sich die meisten Knödel-Verwender wundern, dass die Vögel an den eingenetzten Meisenknödeln weniger Gefallen einfinden, weil man die nicht einfach mal hier und dann wieder da hinhängen sollte. Die Vögel brauchen immer ein paar Tage, bis sie den Platz entdecken.
      Abgesehen davon finde ich die Netzbeutelchen, wenn sie nicht mehr voll sind, nicht ganz ungefährlich, und könnte mir vorstellen, dass Vögel lieber Erdnusskerne aufknabbern, als sich in dem Plastikabfall zu verheddern.

      Ich denke auch, dass gerade unser Fleckchen im Landkreis derzeit besonders vogelunfreundlich ist, weil es so gut wie keine Wiesen gibt und auch die Wegränder gemäht werden, weil es zum Einzugsgebiet der Samtgemeinde-Gartenreferats-Aktivitäten gehört, und die setzen ihre Leute überall zum „Rasenmähen“ ein, auch wo es gar keine Rasenflächen und innerörtliche Strassenränder, sondern schlichte Feldraine sind.
      Die Schlehen- , Holunder- und Wildrosen-Sträucher tragen keine Früchte, weil sie alljährlich mehrmals abgesäbelt werden – es gibt kein Futter für niemanden.

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      • Also meine Knödel hängen schon seit ewigen Zeiten an derselben Stelle. Hin und wieder wird mal dran geknabbert. Aber selten. Vielleicht verbraucht das Nußholen weniger Energie ? – Das ausgerechnet bei euch so radikal gemäht wird. Ich dachte, im Wendland würde so manches naturnaher zugehen ??! So kann man sich täuschen. Ich verstehe diesen Trend zum „Natur-wegmachen-wo-sie-wächst“ sowieso nicht. Irgendwie ist es wieder ein wenig so, wie zur Zeit der Flußbegradigungen, wo man jeden Bach in ein Betonbett verlegt hat…..mon dieu !!!

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        • Ja, das Nussholen könnte auch dem Sicherheitsgefühl mehr dienen, denke ich.
          Die wendländische Wildnis kann nicht gedeihen, wo die städtischen Samtgemeinden sich austoben, als gälte es, im Park für ordnung zu sorgen – alles eine Sache des Wettbewerbs unter den Ressortleitern, denke ich, die sich damit künstlich aufwerten, um beim nächsten Stühlerücken mit einer bereits innegehabten Budget-Größe als Befähigungsnachweis aufzurutschen.

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