… und wie geht es der Eiche?

Auch wenn ich Hoffnung habe, dass ich den Baum wahrscheinlich nicht komplett als Baum verloren habe, bin ich auch zwei Wochen nach dem > Abnehmen der Krone am 24. Januar immer noch ein bisschen wehmütig.

Die Fotos in der Galerie sind am 4. und 6. Februar 2017 entstanden, bitte klickt sie zum Vergrössern an.
Man sieht auf ihnen die hellen, jüngsten Risse und die dunklen Stellen, wo sich zum in den aufgetanen Spalten herunterlaufenden Regenwasser zunehmend Baumsaft zu mischen scheint, beide Partien sind seit dem 25. Januar grösser geworden, wahrscheinlich, weil auch die Eiche ganz langsam die Winterruhe beendet.

Die Spatzen im Garten haben sich schnell daran gewöhnt, sie sitzen sowieso lieber im dicht gewachsenen Gezweig des Pfeifenstrauchs daneben. Gewisse Lichtverhältnisse und Formen haben sich aber mir über Jahre so tief eingeprägt, dass ich beim Betreten der Räume mit den dorthin gerichteten Fenstern von dem Gefühl überfallen werde, etwas stimme da draussen nicht. Also sehe ich immer wieder aus dem Fenster, um mich daran zu gewöhnen, …

… oder gehe direkt hin und betrachte den Stamm aus der Nähe, die Risse, die Saftaustritte, lege instinktiv auch mal die Hand daran und dann rede ich ihm gut zu – man weiss ja nie …

… und falls es ihm schon nicht hilft, dann zumindest mir, denn, so habe ich festgestellt, empfinde ich in dieser Hinsicht zwar ohne Vorsatz, aber ungebremst archaisch-magisch. Ich spreche bei der Gartenarbeit schließlich auch mit anderen Pflanzen, an denen ich herumschnippele oder die ich umpflanze, also werde ich doch die Eiche nicht benachteiligen?


Nachdem ich wegen des alten Kirschbaums im Familienalbum nach alten Fotos aus dessen Frühzeit gefahndet hatte, hoffte ich auch bei der Eiche auf ein frühestmögliches Fundstück, aber erstens waren die alten Fotos, die ich überhaupt entdecken konnte, erst mehr als zehn Jahre nach dem Pflanzen gemacht worden, und zweitens sind sie nicht gut und zudem von Papierfotos abfotografiert, aber falls ich sie aus sentimentalen Gründen mal wieder suche, finde ich sie wahrscheinlich am leichtesten hier:

  

Das erste, linke Bild zeigt die Eiche mit kahlen Ästen im Spätwinter 1983, hinter dem Teich – man kann sogar den Kronenfehler der „Zwiesel“-Bildung sehen, den man damals noch leicht hätte beheben könnnen.
Rechts, auf dem zweiten Foto, sieht man die grün belaubte Krone im September 1986 – da war sie ungefähr halb so hoch wie im vergangenen Jahr, aber noch ein ein junger Baum, eingezwängt zwischen Nadelbäumen. Damals war ihr seitens meines Vaters gar keine Hauptrolle zugedacht, sie war eher unabsichtlich auf einem Anhänger voll junger Kiefern und Birken mitgekommen, die er aus einer Kiesgrube abgeholt hatte, alle kaum höher als einen Meter.
Die Einzelstellung hat sie erst um 2005 herum durch mich verordnet bekommen, als ich noch hoffte, durch Lichten des mit der Zeit herangewachsenen Waldes das innen stockende und schimmelnde Haus erhalten zu können.

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7 Gedanken zu “… und wie geht es der Eiche?

  1. Ach, die Eiche freut sich bestimmt über Gesellschaft und Gespräche. Schließlich lebt alles ! Schon schade, wenn plötzlich so viel fehlt im Garten. Ich drück weiterhin die Daumen, daß die Eiche wieder austreibt und sich auch ohne Krone noch wohlfühlt in deinem schönen Garten. Die Spatzen machen sich wieder sehr dekorativ 🙂

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  2. Es braucht Zeit, einen Wandel zu akzeptieren.Da mag es helfen, wenn man sich stückweise und mit Pausen herantastet. Mein Vater hat gestern weitere Kiefernzweige aus dem Efeu geholt, die mit dem Kronenbruch Anfang Januar dort steckengeblieben waren. Wir haben einige Baumstämme im Garten stehen, die mittlerweile mit grünen Rangewächsen überzogen sind und Lebensraum für Vögel und Insekten bieten.

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