Rua São Bento – immer noch eins und ein weiteres führen zum anderen (3/25)

Das erste Foto hatte ich schon im Eintrag zuvor verwendet, in dem der Palácio de São Bento das Hauptmotiv darstellte. An der Calçada da Estrela von der Treppe aus dem Jardim das Francesinhas heraufkommend gezoomt, wurden auf diese Weise der Portikus des Parlamentsgebäudes und das Graffiti eines „afroeurasiatischen“ Gesichts weiter hinten, in der Rua de São Bento, miteinander verbunden, als eine visuell-historische Collage, sozusagen.

Über die Rua Correia Garção war dann, linker Hand, die Frontseite des Parlamentspalastes von vorne zu sehen und geradeaus wieder das Gesicht in der Rua de São Bento. Wie mit der Seitensicht des Palácio de São Bento verhält es sich auch mit dem ersten der beiden unteren Bilder: Darauf ist, neben einem alten roten Ziegelschornstein unbekannter Verwendungsgeschichte, der verschnörkelt geschmückte Teil einer Kirche zu erkennen, der Igreja de Nossa Senhora das Mercês, bei der ich später zufällig auch noch angekommen bin.

Auf dem zweiten Foto ist die Verkehrsinsel zu sehen, wo mir die Platzähnlichkeit der Stelle aufgefallen war, weil so viele Treppenen und Gassen aus allen Richtungen kommend darauf zuliefen. Schon im vorigen Eintrag schrieb ich davon, nun habe ich Infos dazu gesucht und das war wieder einmal sehr spannend und voller interessanter Fundstücke, wie eine Schnitzeljagd. Zum Beispiel war mir nicht bewusst gewesen, dass Portugal früher, wie viele europäische Länder, Linksverkehr hatte, bis ich das erste der beiden alten Fotos mit dem Mercado de São Bento und dem Arco de São Bento im Web als seitenverkehrt hochgeladen erkannte.
Lissabon Palacio de São Bento +Rua de São Bento+Mercado de São Bento+Arco São Bento vor 1928Rua Correia Garção +Rua de São Bento+Ex-Mercado de São Bento+Abbruch d Arco São Bento um 1938Weil die Linksregelung zum 1. Juni 1928 auf rechts gedreht wurde, muss es vor Junibeginn 1928 aufgenommen worden sein.
Der Arco de São Bento stand ungefähr, wo oben auf dem Bild 2 von 2016 das „Mulitkultigesicht“ auf dem weissen Giebel zu sehen ist.
Der Bogen wurde 1758 erbaut und bildete mit der Galeria da Esperança einen Verteiler, ausgehend von einem Reservoir des Wasserversorgungssystem über den Aqueduto das Águas Livres, das über 1425 m entlang der Rua de São Bento und der Avenida de Dom Carlos I bis zum > Chafariz da Esperança reichte.
 
Auf dem zweiten alten Foto von 1938 kann man den Bogen über den Bauzaun hinweg sehen und rechts von ihm Häuser, die auf meinem Foto (oben rechts) immer noch gut dastehen; die spitzen Fenster sind in der Bildmitte gut zu erkennen.
Die 1881 fertiggestellte Eisenkonstruktion des Mercado de São Bento, auch „Mercado Occidental“ genannt, musste zusammen mit dem Arco das Portas de São Bento dem Monumentalismus des Estato Novo weichen, der sich Ende der dreissiger Jahre eine feudale Frontgestaltung mit Treppen und an eine barocke Auffahrt erinnernde Strassenführung vor den Regierungssitz bauen liess, den die Rua Correia Garção mit der Rua de São Bento zusammen bildet.

Der Arco de São Bento wurde übrigens in nummerierten Teilen aufbewahrt und 1998 an der Praça de Espanha wieder aufgestellt, allerdings ohne dass irgendwer erkennen könnte, wozu er jemals gut war.
So kommt mal wieder eines zum anderen und ich habe Erklärungen für etwas, was ich vorher schon gesehen hatte. – Meine eigenen Fotos sind vom 31. März 2016 in Lissabon, Portugal – bitte zum Vergrössern die kleinen Bilder anklicken!

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6 Gedanken zu “Rua São Bento – immer noch eins und ein weiteres führen zum anderen (3/25)

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