Morgenspaziergang in 15 Bildern

Wieder ein frostiger, bereifter, und Sonne versprechender Morgen, wieder ein Grund, schon früh um halb acht die Kamera in die Jackentasche zu stecken, …

und wieder traf ich gleich als Erstes eine Goldammer Emberiza citrinella; sie hatte sich zwischen den oberen Zweigen einer kleinen Eiche den perfekten Platz in den ersten, noch dunstgemilderten Sonnenstrahlen für ihren Morgengesang ausgesucht.

Bongo war weniger an Vögeln auf Baumwipfeln interessiert, als an Krähen auf dem Boden. Ob es ihm darum geht, sie nur hochzujagen, oder auch darum, zu prüfen, ob deren eventuelle Nahrung auch für ihn interessant sein könnte? Schliesslich bedienen sie sich an mehreren nachbarlichen Komposthaufen, und die von den Krähen irgendwoher verschleppten Walnüsse findet Bongo auch immer.

Während Bongo noch über die Krähen sinnierte, fotografierte ich die dicht mit Rauhreif bepelzten Blättchen vor meinen Füssen.

Danach traffen wir eine der Schottischen Hochlandkühe mit sehr beachtliche Körperbeherrschung und geradezu meditativer Versenkung bei ihrem Tun – Kuhndalini Yoga.

Erstaunlich ist, was passiert, wenn man eine altvertraute Stelle fotografiert und dabei mit dem Zoom zusammenschnurren lässt. Obwohl ich das Bild doch selbst aufgenommen habe, kam es mir völlig neu vor.

Die Nachtfröste der letzten Tage, die oft bis über die Mittagszeit angehalten hatten, haben den zartvioletten wilden Krokusblüten Crocus zugesetzt, so dass sie schlaff darniederliegen. Dafür ist mit der Dramatik auch ihre Farbe dunkler geworden.

Die festen Blätter und Ranken der Kratzbeeren Rubus caesius am Wegrand kann der Frost hingegen nicht so leicht beeinträchtigen, er macht sie nur noch schöner.

Oben in der Krone einer Zitterpappel Populus tremula sonnte sich eine schwarze Aas- bzw. Rabenkrähe Corvus corone zwischen den grauflauschigen Kätzchen und behielt anscheinend einen mit einer Beute am Boden hockenden Mäusebussard im Auge.

Bongo kümmerte sich um die Mäuse unter dem trockenen Gras oberhalb des Grabens, des Königshorster Kanals, …

… während ich in die entgegensetzte Richtung schaute, wo ich Rehe Capreolus capreolus und einen Silberreiher Ardea alba in einem kleinen Seitengraben entdeckte.

Als Bongo mit der Mäusejagd fertig war, kam er hinter mir her, entdeckte ebenfalls die Rehe und den Reiher, setzte sich hin und und „sah fern“. Er benimmt sich dann immer wie das vollkommene Pendant zu einem menschlichen TV-Konsumenten, sieht und hört nichts anderes.

„Ganz weit weg“ oder „Gans, weit weg“? Der Bildtitel für die auf dem Feldweg spaziernde Graugans Anser anser passt in jedem Fall. Während ihre Artgenossen auf der Wiese sassen, hatte diese hier etwas anderes vor.

Wahrscheinlich hatte sie noch keinen festen Partner gefunden, nicht so wie diese beiden, die gemeinsam gingen und denen man die Zusammengehörigkeit ansieht.

Auf der von Rauhreif überzogenen Wiese gegenüber sass ein weiterer Single, ein leuchtend weisser Silberreiher Ardea alba regungslos in der schwachen Morgensonne. Ich bemühte mich, ihn in seiner Ruhe nicht zu stören – womöglich meditierte er ja auch.

Weil ich beim Fotografieren des Reihers gerade daneben stand, kamen die leuchtend roten und vom Winter etwas matschigen „Glasbeeren“ des Gewöhnlichen Schneeballs Viburnum opulus auch „mit“. – Fotos vom Morgen des 4. März 2016 bei Lüchow. Wer mag, kann die Bilder zum Vergrössern und eventuell einzeln Kommentieren anklicken.

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15 Gedanken zu “Morgenspaziergang in 15 Bildern

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